Trizone - Was der 4-Takt Motorradmotor braucht

Die Forderung nach Leistung, reduzierter Geräuschbildung und Emission hat zu einem Anstieg der Entwicklung von komplexen Mehrventilern, der Benutzung fortgeschrittener, leichter Materialen, geringeren Toleranzen und einer höheren Qualität von Präzisionskomponenten geführt. Innerhalb des Motors stößt das Öl auf hohen, mechanischen Druck und hohe Temperaturen, höher als 1000 Grad Celsius.

Das Öl muss als hydrodynamisches Lager einer enormen Belastung standhalten. Zwischen Ventil und Schlepphebel wirken zum Beispiel starke Kräfte, die versuchen, das Öl zu zerreißen. Kein Öl allein könnte dieser Kraft widerstehen - spezielle ZDDP-Additive, die auf Zink und Phosphor basieren, werden benutzt, um den Schutz vor dem Verschleiß zu erhöhen. 
Zur gleichen Zeit muss es verhindern, dass sich Ablagerungen bilden, die das Verkleben der Kolbenringe verhindern: Detergens- und Reinigungszusätze werden benötigt.

Durch all diese Verbrennungen entstehen verschiedene Ablagerungsprodukte, bestehend aus unterschiedlichen Kohlenstoffketten, teils kombiniert mit anderen angelagerten Molekülen. Diese können unter Umständen einen Motor abwürgen. Hier werden spezielle Reinigungsmittel, Detergentien und andere Anti-Oxidationsmittel benötigt, um die Bildung von Ablagerungen zu stoppen.

Diese Additive zerfallen und werden über tausende von Kilometern und Millionen von Brennzyklen dezimiert - was auch der Grund dafür ist, dass das Motoröl regelmäßig gewechselt werden muss, damit es seine Aufgabe erfüllen kann. 
Die größte Herausforderung für das Motorradöl ist jedoch die Temperaturkontrolle. Motorräder verfügen über relativ einfache Kühlsysteme - kompakte Flüssigkeitskühlung - oder eine Kombination aus Luft- und Ölkühlung. Luftgekühlte Motorräder können in dichtem Stadtverkehr leicht überhitzen, und wassergekühlte Bikes erlauben dem Öl auf Kurzfahrten oft nicht, sich ganz zu erwärmen. Für beide Fälle gilt: es kann den Motorverschleiß beschleunigen. Das ideale Öl muss auch bei Hitze weiterhin Schutz geben. Gleichzeitig muss es leicht fließen, wenn es abkühlt, damit auch am Morgen wieder leicht gestartet werden kann.

Das Öl muss sich an ein breites Spektrum von Betriebsbedingungen und Anforderungen anpassen: das richtige Motoröl behält seine Form und Stärke über den gesamten Zeitraum und auch bei extremer Hitze oder Kälte. Es muss Schmutz absorbieren, aber dennoch darf es nicht oxidieren oder dick werden, es muss dünn genug sein um auch bei Kälte leicht durch die Ölkanäle zu fließen - und dennoch dick genug sein um die Komponenten unter Hitze oder hohem Druck zu schmieren.

Allerdings ist der Einsatz eines Motorradöls für 4-Takter anders als beim PKW - es muss auch in zwei weiteren Bereichen Höchstleistung bringen - dem Getriebe und der Kupplung.