Industrie-Getriebeöle

Einleitung

Zur Übertragung und Wandlung von Drehzahlen und Drehmomenten dienen Zahnrad-, Ketten-, Riemen- und
Reibradgetriebe. Gelegentlich finden auch hydrodynamische und elektrische Wandler sowie pneumatische
Getriebe Verwendung. Weitaus am häufigsten werden jedoch Zahnradgetriebe verwendet. Zahnradgetriebe
bestehen aus mindestens 2 Wellen, mindestens 2 miteinander im Eingriff stehenden Zahnrädern und den
erforderlichen Lagern und Dichtelementen. Die Wellen sind - meist in einem Gehäuse - durch Rahmen oder
Steg miteinander verbunden.
Die Lebensdauer einer Verzahnung wird durch 4 Faktoren beeinflusst, nämlich
  • die Verschleißsicherheit, bestimmt durch Zahnradwerkstoff, Oberflächenrauhigkeit, Schmierstoff und Verunreinigungen im System
  • die Bruchsicherheit als Funktion von Zahnradwerkstoff, Verzahnungsdaten und übertragenen Kräften
  • die Grübchensicherheit (Pitting), beeinflussbar durch die Härte der Zahnräder und in gewissen Grenzen durch den Schmierstoff
  • die Fresssicherheit, abhängig von den Verzahnungsdaten, Zahnradwerkstoff, Schmierstoff und Betriebsbedingungen

Aufgaben

Die Hauptaufgaben des Schmierstoffes sind :

 Reibung und Verschleiß an den Zahnflanken weitestgehend zu mindern
 Verhinderung der Pittingbildung
 Abführung der entstehenden Reibungswärme

Diese Aufgaben werden dadurch verschärft, dass die Schmierstoffe auch unter extremen Temperatureinflüssen die Betriebssicherheit der Maschinen gewährleisten müssen.

Auswahl

Ausgehend von den Aufgaben ist es wichtig, bei der Getriebeschmierstoffauswahl einerseits die „Umweltbedingungen“ zu kennen, unter denen das Getriebe arbeitet und andererseits die auftretenden Bewegungsabläufe und Belastungen an der Zahnflanke zu kennen. 

Die Auswahl von Schmierstoffen für Zahnradgetriebe im industriellen Einsatz ist in der DIN 51509 Teil 1 „Schmieröle“ und in der DIN 51509 Teil 2 „Plastische Schmierstoffe“ (Fette und Haftschmierstoffe) festgelegt und dort nachzulesen.

Für den sicheren Betrieb von Zahnradgetrieben stehen sechs unterschiedliche Getriebeschmierstofftypen mit unterschiedlicher Additivierung (keine/mild/stark) zur Verfügung, nämlich
  • Mineralöle
  • Syntheseöle
  • Einlaufflüssigkeiten
  • Mineralölbasische Fette
  • Synthetische Fette
  • Haftschmierstoffe

Klassifikationen und Spezifikationen

DIN-Normen

In den deutschen Normen sind acht Schmierstofftypen angeführt, worin die Anforderungen an die Schmierung von Industriegetrieben festgelegt sind.

Verbands- und Firmenspezifikationen:

Verschiedene Hersteller von Industriegetrieben und die AGMA (American Gear Manufacturers Association) haben ebenfalls eigene Spezifikationen festgelegt. Dazu gehören insbesondere
 AGMA 250.04 (geschlossene Getriebe)
 AGMA 251.02 (offene Getriebe)
 US Steel 224
 Cincinnati Milacron (P-59 (C-320)
 David Brown SL.53.101