Additive

Additive

Die hohen Anforderungen an Schmierstoffe können nur durch Öle oder Fette mit speziellen Zusätzen (Additiven) erfüllt werden. Additive werden den Schmierstoffen beigegeben, um deren natürliche Eigenschaften zu verändern oder zu verbessern bzw. ihnen Eigenschaften zu verleihen, die sie von Natur aus nicht haben. Art und Menge der jeweiligen Additive müssen auf den jeweiligen Anwendungsfall genau abgestimmt sein. Der Additivanteil kann von weniger als 1% bis zu 30% betragen.

Im nachfolgenden sind die wichtigsten Additive kurz beschrieben. Betrachtet man ihre Wirkungsweise kann
man diese Zusätze in drei Gruppen unterteilen.
  • Oberflächenschützende Additive
  • Ölverbessernde Additive
  • Ölschützende Additive

Detergents

Halten heiße Oberflächen weitestgehend frei von Ablagerungen (z.B. an Kolben). Feste Schmutzpartikel werden mikroskopisch kleinst umhüllt, im Öl in Schwebe gehalten und können sich so kaum ablagern. Weiche Ablagerungen werden wieder abgewaschen. Durch ihre Alkaliität können sie auch saure Produkte, die aus der Verbrennung des Treibstoffs entstehen, neutralisieren.

Dispersants

Halten ölunlösliche, flüssige Verunreinigungen, die sich vorwiegend während der Warmlaufphase im Motor bilden, im Öl in Schwebe. Die Additive verhindern das Zusammenballen (Agglomerieren) der Schmutzpartikel und damit die Schlammbildung.

Hochdruck- und Verschleissschutz-Additive

Diese Zusätze werden im englischen als Extreme Pressure (EP) - bzw. Anti Wear (AW) - Additive bezeichnet. Sie reduzieren Reibung und Verschleiß und schützen vor metallischer Berührung (z.B. Nocken / Nockenwelle, Kolbenringe / Zylinder, Zahnflanken). Durch chemische Reaktion mit bzw. Adhäsion an der Metalloberfläche werden Gleitschichten aufgebaut, die den Metall-Metall-Kontakt verhindern.

Korrosionsschutzadditive

Schützen blanke Metallteile, die mit Schmierstoffen Kontakt haben, vor Korrosion und Rost. Polare Additive bauen auf den Metalloberflächen pelzartige Schutzfilme auf, zusätzlich werden korrosiv wirkende Säuren neutralisiert.

Reibwertveränderer (englisch: Friction Modifier)

Diese oberflächenaktiven Zusätze vermindern die Reibung an geschmierten Metalloberflächen durch Adsorption.

Viskositätsindex-Verbesserer

Sie verbessern das Viskositäts-Temperatur-Verhalten eines Öles durch Reduktion des Viskositätsabfalls bei Temperaturanstieg. Bei tiefen Temperaturen wirken sie kaum, bei hohen Temperaturen ist durch ihre eindickende Wirkung der Viskositätsabfall geringer. Öle, welche VI-Verbesserer enthalten, verfügen über einen höheren Viskositätsindex als die eingesetzten Basisflüssigkeiten.

Pour Point - Verbesserer

Sie ermöglichen das Fliessen des Öles auch noch bei tiefen Temperaturen durch Verzögerung der Bildung von Paraffinkristallen. Die sich bei der Abkühlung des Öles bildenden kleinen Paraffinkristalle werden durch das Additiv umhüllt und können nicht zusammenwachsen, wodurch das Öl länger fließfähig bleibt.

Alterungsschutzadditive

Diese Zusätze werden in der Fachsprache mit Oxidationsinhibitoren bezeichnet. Sie verlangsamen die Ölalterung, ausgelöst durch Sauerstoffzutritt aus der Luft, hohen Temperaturen und katalytisch wirkenden Metallen. Sie zersetzen Ölalterungsprodukte (z.B. Schlamm) und beenden schädliche Reaktionen.