ABC der Schmierung - V

Vapour Lock Point

Englische Bezeichnung für Dampfblasenbildungspunkt.

Vergaservereisung

Die Feuchtigkeit der Luft wird bei bestimmten Voraussetzungen, z.B. bei Außentemperatur zwischen 2 und 8° C und hoher Luftfeuchtigkeit, im Vergaser als Eis ausgeschieden; Eisbildung an Drosselklappe, Lufttrichter usw.; die Folge ist Motorstillstand; Abhilfe durch Treibstoff-Additive und Vergaserheizung.

Vierkugelapparat

Ölprüfmaschine zur Prüfung der Leistung von EP-Zusätzen durch Ermittlung der Verschleißwerte oder der Verschweißungs-Grenzbelastung zwischen sich im Ölbad (Prüföl) unter Presslast drehenden Kugellagerkugeln. Die Ergebnisse sind stark abhängig von der Kugelqualität und dem Additivtyp. VKA-Werte waren vor Jahrzehnten zur Zeit der Entwicklung der Hypoid-Getriebeöle als Leistungskriterium beliebt, mit Änderungen der Additiv-Typen haben sie an Bedeutung verloren. Vergleich zwischen Getriebeölen
unterschiedlicher Rezeptur mittels VKA-Wert sind nicht möglich. Das Verfahren hat nur noch Bedeutung bei der Schmieröl-Entwicklung und Produktionsüberwachung, da der Testablauf einfach und schnell ist.

Viskosität

Innere Reibung von Gasen und Flüssigkeiten, nimmt mit steigender Temperatur ab. Die Messung erfolgt in Viskosiometern. Für den Mineralölbereich bestehen internationale und regionale Maßeinheiten. Die Temperaturabhängigkeit der Schmierölviskosität wird durch Ölzusätze beeinflusst. Bei steigender Schmieröl-Dichte steigt auch die Viskosität, ebenso durch Alterung (Oxidation, Harzbildung). Für Fahrzeug-Motoren-und Getriebeöle Einteilung der Öl-Viskositäten in SAE-Viskositätsklassen. Bei der Konstruktion von Gleitlagern,
Zahnradgetrieben, Hydraulik-Aggregaten usw. wird die Ölviskosität in die Berechnung miteinbezogen, eine von der Maschinenhersteller-Vorschrift fehlerhaft abweichende Viskositätsauswahl kann zu Schäden führen. Bei Gebrauchtöl-Untersuchungen kann der Viskositätsvergleich mit dem Frischöl-Ausgangswert Beurteilungen ermöglichen über das Einsatzverhalten und die Fremdbeeinflussung des Schmieröls (Ölalterung, Treibstoffverdünnung, Verlust der Mehrbereichseigenschaften). Für Industrieöle gilt die internationale ISOViskositäts-Klassifikation. Wegen des direkten Zusammenhangs eines Viskositäts-Messwertes mit der Messtemperatur werden Viskositätsangaben nur mit der Bezugstemperatur genannt - z.B. 30 mm²/s/40° C, 68 cSt/50° C, 2,5 E/20° C.

Viskositätsindex

Kurz: VI; kennzeichnet das VT-Verhalten eines Mineralöls (Viskositäts-Temperatur-Verhalten). Er ist eine rechnerisch ermittelte empirische Zahl, die den Einfluss einer Temperaturänderung auf die Viskosität eines Schmieröls angibt. Man unterscheidet den VI (für Werte von 0-100) und den VIE (für Werte von 100 und darüber; VIE = Viscosity Index Extension). Je höher der VI, desto geringer der Viskositätsabfall eines Schmieröls bei Temperaturzunahme.

VI-Beispiele: Mehrbereichs-Motorenöle:
VIE 130 bis 200
Einbereichs-Motorenöle: VI 90 bis 100
Getriebeöle und ATF's: VI 80 bis VIE 140
Industrie-Schmieröle: VI 60 bis 80

Durch Raffination können Schmierölen VI-verschlechternde Stoffe in Grenzen entzogen werden, im Normalfall endet der "natürliche" VI bei etwa VIE 110. Weitere Steigerungen werden durch sog.. VI-Verbesserer erzielt.

Viskositätskurve

Grafische Darstellung der Viskosität in Abhängigkeit von der Temperatur.

Viskositäts-Masseinheiten

Die Bestimmung der Viskosität ist in der DIN-Norm 51 550 festgelegt, die Definition der Maßeinheit in der DINNorm 1342 (Viskosität newtonscher Flüssigkeiten). International verbindliche Einheiten sind die SI-Einheiten. Für den amtlichen und geschäftlichen Verkehr
waren die gebräuchlichen Einheiten Poise und Stoke nur bis zum 31.12.1977 zugelassen. Die Anwendung der sog. konventionellen Maßeinheiten ist offiziell unzulässig, allerdings im täglichen Umgang z.T. noch üblich. Man unterscheidet zwischen der dynamischen und der kinematischen Viskosität. Die Beziehung zwischen beiden lautet: Dynamische Viskosität durch Dichte gleich kinematische Viskosität
(=Viskosität/Dichteverhältnis) Die kinematische Viskosität erlaubt so den Viskositätsvergleich zwischen Ölen unterschiedlicher Dichte, sie ist deshalb am gebräuchlichsten. Der Einfluss der Dichte auf das Viskositätsverhalten kann jedoch so erheblich sein, dass es sinnvoll ist, die dynamische Viskosität anzuwenden.

VI-Verbesserer

Wirkstoffe zur Verbesserung des VT-Verhaltens eines Mineralöls.

Organische öllösliche Substanzen, im weiteren Sinne aus dem Bereich der Kunststoffe, Schmieröle mit VIVerbesserern haben bei erhöhten Temperaturen eine höhere Viskosität als ohne diese Zusätze. In der Kälte zeigen Öle mit VI-Verbesserern ein annähernd normales Fließverhalten, wie das Basisöl selbst. Zusammensetzung und Dosierung muss nicht nur genau auf das verwendete Grundöl abgestimmt werden, sondern auch auf die Additive der Schmiermittel, um optimale Wirkungen erzielen zu können. Mehrbereichs-
Motorenöle mit VI-Verbesserern vermindern den Verschleiß und senken den Ölverbrauch.

Vollschmierung

Z.B. elastohydrodynamische Schmierung bei Zahnradpaarungen oder hydrodynamische Schmierung beiGleitlagern, bei denen aufeinandergleitende Flächen durch das Schmiermittel völlig getrennt sind.