ABC der Schmierung - S

SAE

Abk. für Society of Automotive Engineers Inc. (SAE), New York, USA. Veröffentlicht in den SAE-Handbüchern technische Normungen und Vereinbarungen. Kurzbezeichnung SAE besonders bekannt im Zusammenhang mit den SAE-Viskositätsklassen für Motorenöle und Getriebeöle sowie im Bereich der Bremsflüssigkeiten.

Getriebeöle, die Viskositätsanforderungen verschiedener Klassen bei Tief- und Hochtemperaturen erfüllen, werden Mehrbereichsgetriebeöle genannt. z.B.: ein Getriebeöl, das bei -40° C eine Viskosität kleiner als 150.000 cp und bei + 100° C eine Viskosität zwischen 13,5 und 24 cSt besitzt, ist ein SAE 75 W 90 Mehrbereichsgetriebeöl.

Motorenöle, die die Viskositätsanforderungen verschiedener Klassen bei Tief- und Hochtemperaturen erfüllen, werden Mehrbereichsöle genannt. z.B.: Ein Motorenöl, dessen Viskosität bei -15° C kleiner als 3500 cp ist und dessen Viskosität bei 100° C zwischen 12,5 und 16,3 cSt liegt, ist ein SAE 15 W 40 Mehrbereichsöl. 

Schalungsöle

Emulgierbare und nichtemulgierbare Öle für Betonverschalungen; Anforderungen je nach Verschalungsmaterial, Betonporosität, Betonart usw. sehr unterschiedlich.

Scherstabilität

In Schmierstoffen eingebaute Macromoleküle (VI-Verbesserer), können bei starker mechanischer Beanspruchung brechen und einen Viskositätsabfall verursachen.

SHPD

(Super High Performance Diesel - Hochleistungs-Dieselmotorenöl) Diese Dieselmotorenöle müssen zusätzlich zu den CD-Anforderungen noch den Ford Tornado-Test erfüllen (CEC-L-27-T29). SHPD-Öle sind für verlängerte Ölwechselintervalle je nach Herstellervorschrift zugelassen (z.B. Mercedes-Benz Betriebsstoffvorschrift 228.1)

Schlammbildung

Alterung von Mineralölen; durch den Einfluss von Luft und Wasser kann es bei Mineralölprodukten zur Bildung von Oxidationsstoffen und zu Polymerisation kommen; Diese führen dann in gebrauchten Ölen zu Abscheidungen, also zur Schlammbildung.

Schleiföle

Kühlschmierstoffe zum Schleifen von Metalloberflächen; meist emulgierbar und auf die speziellen Belange des Schleifvorganges eingestellt.

Schmelzpunkt

Die Temperatur, bei der ein fester Körper in den flüssigen Aggregatszustand übergeht.

Schmierfähigkeit

Kennzeichnet die Tragfähigkeit des Schmierfilmes eines Schmierstoffes; stets muss sie auf konkrete Bedingungen bezogen werden, wie: Reibungsart, Reibungszustand, Werkstoffpaarung der reibenden Körper, Schmierung der Berührungsflächen, Flächenbelastung, Geschwindigkeit und Temperatur; z.B. ist bei flüssiger Reibung ausschließlich die Viskosität für die Tragfähigkeit maßgebend, bei Grenzreibung dagegen auch die Fähigkeit der Freßverhinderung mit Hilfe von EP-Wirkstoffen; es gibt aus diesen Gründen kein einheitliches Maß für die Schmierfähigkeit.

Schmierfette

Sind konsistente Gemische aus Dickungsmitteln und Ölen; man unterscheidet:

a. Metallseifen-Schmierfette (Kalk-, Al-, Ba-, Li-, Na-, Pb- und Komplexseifen-Schmierfette usw.), die sich aus Fettsäuren und Laugen als Metallseifen (Dickungs- oder Quellmittel) und Schmierölen zusammensetzen; Metallseife, Schmieröl und Herstellungsprozess bestimmen die Struktur, Konsistenz, Gebrauchseigenschaft und Einsatzart.

b. Seifenfreie Schmierfette mit anorganischen Gelbildnern (Kieselgel, Silikagel, Bentonit usw.) oder organischen Dickungsmitteln (Polyäthylen, Polypropylen, Polyharnstoffe usw.) und Schmierölen.

c. Seifenfreie Schmierfette, die sich aus organischen oder anorganischen Dickungsmitteln und Syntheseölen (Ester-, Silikon-, Polyglykol, Polyphenylätheröle usw.) zusammensetzen.

Schmierstoffe

Haben die Aufgabe, bei gleitendem oder rollendem Kontakt zweier Flächen Reibung und Verschleiß zu vermindern; man unterscheidet flüssige, plastische-feste und gasförmige Schmierstoffe.

Schneidöle

Kühlschmierstoffe (Metallbearbeitungsöle) für zerspanende Metallbearbeitung; sie haben die Aufgabe zu schmieren, die Wärme abzuführen und den Spantransport zu übernehmen; man unterscheidet reine Mineralöle und die wasserlöslichen Kühlschmiermittel; beide Sorten werden je nach ihrem Einsatz mit bestimmten Wirkstoffen versehen; bei den reinen Mineralölen erfolgt je nach Einsatz auch der Zusatz von
Fettölen.

Siedepunkt

Temperatur, bei der eine Flüssigkeit ohne weiteren Temperaturanstieg in den gasförmigen Zustand übergeht. Meist definiert zusammen mit entsprechenden Bestimmungsgeräten. Kohlenwasserstoff-Gemische (z.B. Benzine, Schmieröle) haben keinen Siedepunkt, sondern einen sog. Siedebereich mit einem Siedebeginn und einem Siedeende in ° C (z.B. "Testbenzin 150/185").

Silikone

Flüssige oder pastöse organische Verbindungen mit dem anorganischen Baustein Si-O (Silicium-Oxid). Ausgangsbasis für Schmieröl-Additive oder Bestandteil von Silikon-Schmiermitteln.Silikon-Fette werden z.B. für for-life-Schmierung der Wälzlager von Heißluft-Ventilatoren, Flugplatz-Drehscheinwerfern, Elektromotoren usw. verwendet. Silikon-Öle sind oft temperaturbeständiger als Mineralöle, haben aber andere Eigenschaften, die (neben dem meist extrem hohen Preis) einen völligen Ersatz der Mineralöle durch sie technisch und wirtschaftlich mitunter problematisch machen.

Sperrdifferential-Getriebeöle

Achsantriebe für Personenkraftwagen sind mitunter mit Vorrichtungen zur Ausgleichsbegrenzung ausgerüstet. Obwohl diese sog. Sperrdifferentiale EP-Getriebeöle verlangen, sind nicht immer die üblichen Hinterachsöle verwendbar. Häufig gelten spezielle Vorschriften der Fahrzeughersteller, die streng zu beachten sind. Die vielfach vorgeschriebenen Limited-Slip-Öle (Getriebeöle mit "begrenztem Schlupf") enthalten besondere Zusätze zur Veränderung der Reibverhaltens bzw. zur Geräuschminderung. 

Spezifisches Gewicht

Siehe unter Dichte.

Spindelöle

Dünnflüssige (ca. 5-20 mm²/s/40° C) meist unlegierte Schmieröle, ursprünglich nur besonders zur Schmierung von Spindel-Lagerungen an Werkzeug- und Textilmaschinen.

Spülöl

Zum Spülen (Reinigung) von Maschinenteilen und Aggregaten; sofern keine besonderen Angaben zum Spülöl von den Maschinenherstellern vorliegen, sollte generell, z.B. bei der Reinigung vor Inbetriebnahme einer Maschine, zur Spülung der zur Schmierung vorgeschriebene Schmierstoff verwendet werden.

Stockpunkt

Temperaturpunkt für die Bestimmung, wann ein Schmieröl gerade eben nicht mehr fließt.

Syntheseöle

In Zusammenhang mit Schmiermitteln Öle, die nicht mit den üblichen Herstellungsverfahren aus Erdöl hergestellt wurden, sondern durch tiefergreifende chemische Verfahren meist aus Erdölrohstoffen produziert werden. Zweck dieser meist aufwendigen Verfahren ist es, Schmieröl-Grundstoffe oder -bestandteile zu erhalten, die in ihren Eigenschaften z.T. weit über die herkömmlichen Mineralöl-Schmiermittel hinausgehen. Bekannt sind die Di-Carbonsäure-Ester, die Poly-alpha-Olefine, die Polyglykole, die Phosphorsäure-Ester, die
Silikone u.a. Zum Teil sind sie mineralölunverträglich, andere aber auch mischbar. Der Übergang zum Bereich der Additive ist gleitend.