ABC der Schmierung - R

Raffinate

Durch chemische oder physikalische Verfahren veredelte Destillate

Raffination

Verfahren zur Entfernung von Bestandteilen aus Erdöl-Destillaten, die für den jeweiligen Einsatzzweck als späteres Fertigprodukt unerwünscht sind. Chemisch-physikalische Trennverfahren unter Verwendung von Lösungsmitteln oder Säuren.

Bei der Säure-Raffination (Schwefelsäure) werden chemisch instabile Verbindungen soweit verändert, dass sie abgetrennt werden können; sie wird zusätzlich zur Lösungsmittelraffination eingesetzt, wenn in besonders hohem Ausmaß Alterungsstabilität oder chemische Reinheit gefordert wird (Dampfturbinenöle, pharmazeutische und medizinische Weißöle etc.). Die Lösungsmittel- oder Sovent-Raffination greift meist nicht chemisch verändernd ein, sondern entfernt nur vorhandene unerwünschte Verbindungen; die für den Schmierwert wichtigen Verbindungen werden geschont. Im Verhältnis zur Menge entfernter Substanzen (Raffinationsgrad) steigt z.B. das Viskositäts-Temperatur-Verhalten.

Zur Zeit der Einführung der ersten Lösungsmittel-Extraktions-Verfahren waren "Solvent-Raffinat" oder kurz "Solvat" noch Qualitätsmerkmale z.B. für Motorenöle, Getriebeöle und andere besonders thermisch hoch zu belastende Schmieröle (die ersten Extraktionen wurden großtechnisch in den 20er und 30er Jahren eingesetzt). Lösungsmittel-Prozesse werden auch zur Entfernung von Paraffin, Harzen und Asphalten eingesetzt. Die durch Solvent-Raffination abgetrennten sog. Extrakte dienen als Weichmacher in der Kautschukproduktion.

Redwood-Sekunden

Abk. R", konventionelle Viskositäts-Maßeinheit, gebräuchlich im englischen Sprachgebrauch (ausgenommen USA); Messtemperatur ist Grad Fahrenheit. International gebräuchlich noch in der Schifffahrt bei Schweröl-Viskositäten (Schweres Heizöl zum Großdiesel-Betrieb etc.).

Regenerierung (Regenerat)

Regeneriertes Altöl ist das Produkt einer Aufbereitungsbehandlung von Altölen; man unterscheidet hierbei Regenerate und Zweitraffinate; Regenerate sind lediglich durch Zentrifugieren und Filtern von Wasser- und mechanischen Verunreinigungen sowie von Schlamm befreite Altöle. Zweitraffinate werden zusätzlich in einer Raffinerie destilliert, raffiniert usw., wobei Treibstoffanteile, Alterungsprodukte entfernt werden und eine Veredelung erfolgt. 

Regular Oil

Unlegierte Schmieröle

Reibung

Die Reibung ist die Summe der Kräfte, die an der Berührungsfläche zweier Körper auftreten und deren Bewegung gegeneinander hemmen oder verhindern. Reibung tritt auch in strömenden Medien wie Flüssigkeiten und Gasen auf. Abhängig vom Zustand an den Grenzflächen und der Gleitgeschwindigkeit der Reibpartner (feste Körper) unterscheiden wir zwischen:

 Trockenreibung: Reibung zwischen zwei "reinen" Oberflächen ohne Oxidfilm, Feuchtigkeit oder sonstige Verunreinigungen.

 Grenzreibung: Reibung zwischen zwei Oberflächen, die teilweise durch Oxide, Flüssigkeiten oder sonstige Verunreinigungen getrennt sind.

 Flüssigkeitsreibung (hydrodynamische oder hydrostatische Reibung): Reibungspartner durch Flüssigkeit oder Gasschicht getrennt, wobei die durch die Bewegung aufgebaute Trennung durch eine Flüssigkeit- oder eine Gasschicht als hydrodynamische Reibung und
die durch Druck in der Flüssigkeit oder im Gas aufgebaute Trennung der Reibpartner als hydrostatische Reibung bezeichnet wird.

 Mischreibung: Teils Grenz- teils Flüssigkeitsreibung.

Reibungskoeffizient

Der Reibungskoeffizient ist der Quotient aus Reibungskraft durch Normalkraft. Z.B.: Kennt man die Kraft, mit der ein Körper auf eine Unterlage drückt, und die Kraft, die notwendig ist, um ihn gleichmäßig zu bewegen, dann ist der Quotient der Druckkraft durch die Bewegungskraft der Reibungskoeffizient. Anders: Kennt man die Druckkraft und den Reibungskoeffizient, dann ergibt die Multiplikation der beiden die Kraft, die notwendig ist, um den Körper gleichmäßig zu bewegen. Bei Reibvorgängen ändert sich der Reibungskoeffizient mit der Gleitgeschwindigkeit. Wir unterscheiden Haft- und Gleitreibungskoeffizient, wobei der erstere der größere ist.

Rennöle

Motoren-Schmieröle für den sportlichen oder rennmäßigen Betrieb von Fahrzeugmotoren. Hochwertige, speziell auf den Hochtemperatur-Betrieb und Höchstbelastungen abgestimmte Einbereichs- oder Mehrbereichs-Motorenöle, die heute meist ganz oder teilweise auf Basis synthetischer Grundöle aufgebaut sind. Vor der Entwicklung dieser modernen Rennöle wurden (und werden es zum Teil auch heute noch) Spezialöle auf Rizinus-Basis bevorzugt eingesetzt. Die Rizinus-Rennöle zeichnen sich durch ausgezeichneten
Schmiereffekt selbst bei höchsten Motortemperaturen aus. Da sie nicht oxydationsstabil sind, führen sie jedoch zu erheblicher Rückstandsbildung, erfordern ständige manuelle Motorreinigung und sind deshalb z.B. für den normalen Straßenfahrbetrieb ungeeignet. Sie sind mit mineralischen Motoren-Schmierölen nicht mischbar und werden durch die synthetischen Motorenöle langsam abgelöst. Spezielle Rennmotorenöle (Einbereichsöle SAE 30, 40 oder 50 und vollsynthetische Mehrbereichsöle) sollte man im allgemeinen nicht für den konventionellen Fahrbetrieb einsetzen. Eine Ausnahme bilden die vollsynthetischen Mehrbereichs-
Motorenöle.

Rizinusöl

Aus dem Samen des Strauches Ricinus communis gepreßtes Fettöl. Gereinigt und für Methanol-Vermischung aufbereitet, fand es jahrzehntelang wegen seiner ausgezeichneten Schmierwirkung bei höheren Temperaturen in Motorenölen für Benzin-4- und -2-Takt-Motoren Verwendung und wird zum Teil noch heute im Rennbetrieb eingesetzt. Da es zu starker Rückstandsbildung führt, ist es für wartungsarmen Dauerbetrieb ungeeignet. Rizinusbasis-Schmieröle sind mit Mineralölbasis-Schmier-ölen völlig unverträglich,
Vermischungen führen zu Schäden. Es gibt spezielle Rizinusbasis-Rennmotorenöle.

Rohöl

Unverarbeitetes, entgastes und entwässertes Erdöl.

Rost

Ist die bei gleichzeitiger Einwirkung von Sauerstoff und Feuchtigkeit entstandene Korrosion an Oberflächen von Stahl und Eisen (Eisenoxidhydrat).