ABC der Schmierung - M

Marine-Öle

Kennzeichnung für Schmieröle im Schifffahrtsbereich; meist ähnliche Produkte wie im Automobil- oder Industriebereich, jedoch oft besonders ausgerichtet auf Beanspruchung durch Seewasser oder unter Berücksichtigung der Brennstoffe mit geringerem Reinheitsgrad (z.B. Spezialmotorenöle für schwerölbetriebene Schiffsdieselmotoren). Für anwendungstechnische Probleme sollten grundsätzlich Fachingenieure der Marineabteilungen der Mineralölfirmen hinzugezogen werden, da die schmiertechnische
Sicherheit bei seegehenden Schiffen besonders große Bedeutung hat.

Maschinenöle

Mittelflüssige bis dickflüssige Schmieröle (ca. 20 bis 200 mm²/s/40° C) ohne besondere Wirkstoffe für untergeordnete Schmierzwecke im industriellen Bereich.

Mayonnaisebildung

Erscheinung in Fahrzeugmotoren; mayonnaiseartige Schlammablagerungen mit sehr hohem Wassergehalt, meist am kühlsten Punkt der Innenseite des Ventildeckels.

Kommt in sehr seltenen Fällen vor, wenn Motoren, deren Bauweise eine Kondenswasser-Anreicherung begünstigt, längere Zeit kalt gefahren werden. Moderne Motorenöle lösen eingedrungenes Wasser und geben es bei heißem Betrieb ähnlich einer Treibstoffverdünnung wieder ab. Mit zusätzlichen sog. Emulsionsbrechern kann auch in kritischen Fällen die Mayonnaisenbildung meist verhindert werden (sonst: Abhilfe durch gelegentliche Ventildeckelreinigung, verkürzte Ölwechselfristen und vor allem veränderte Fahrweise).

Mehrbereichsmotorenöle

Motorenöle, die unter bestimmten Bedingungen nach der SAE-Viskositätsklassen-Einteilung den Forderungen mehrerer SAE-Klassen entsprechen. Bei Mehrbereichs-Ölen wird die naturgegebene Abhängigkeit der Ölviskosität von der Temperatur (Betriebs- und Umgebungs-Temperatur) durch spezielle Ölzusätze (VIVerbesserer) verändert. 

Insbesondere wird das Dünnerwerden des Öls bei höheren Betriebstemperaturen gebremst. Moderne Mehrbereichs-Öle sollen diese Eigenschaft während des Einsatzes möglichst nicht verlieren, d.h. ihre Viskositätsklasse halten (sog. "stay-in-grade-Öle"). Ebenso dürfen sie nicht, resultierend aus den Vi-Verbesserer-Anteilen, zu zusätzlichen Ablagerungen führen. Hochwertige Mehrbereichs-Öle
erfüllen diese Ansprüche (neben anderen Anforderungen) voll.

Mehrbereichsgetriebeöle

Mehrbereichsgetriebeöle können für Schalt-, Zusatz- und Hypoidgetriebe in Fahrzeugen, Traktoren und Baumaschinen eingesetzt
werden; gute Verträglichkeit der verschiedenen Additive mit Dichtungen, Buntmetallen usw. muss gegeben sein.

Metallbearbeitungsöle

Wassermischbare und pur einzusetzende Spezialprodukte für Schmierung und Kühlung von Werkzeugen bei der Metallbearbeitung sowie für Vergütungsverfahren (Härten, Anlassen). Dünn- bis mittelflüssige Mineralöle mit chemisch aktiven Wirkstoffen oder besonderen Fettölen oder auch Emulgatoren für die Mischung mit Wasser (zur Verstärkung der Kühlwirkung und Einsparung). Die umweltfreundliche Beseitigung von verbrauchten Kühlmittel-Emulsionen ist ein kostenintensives Problem (Spaltanlagen etc.).

Metallseifen

Metalle und deren Verbindungen reagieren mit Fettsäuren und bilden Metallseifen; diese werden eingesetzt als EP-Zusätze in Ölen und als Dickungsmittel in Fetten.

MIL

Abk. für "Military" aus dem Military-Spezifikationen der US - Army. Am bekanntesten sind die Spezifikationen mit den Mindestanforderungen für Dieselmotorenöle (MIL-L-2104-A, -B, -C und -D) und legierte Getriebeöle (MIL-L-2105, -B und -C).Schmieröle ent-sprechen diesen Spezifikationen, sobald sie deren chemischphysikalischen Kenndatenforderungen und insbesondere diverse Test (nach US-Norm) erfüllen. MIL - Zertifikate werden durch Absolvieren von Test- und Untersuchungsprogrammen in US-Instituten erlangt und von den US-Army-Behörden erteilt. Die Bedingungen dieser Spezifikationen sind zum Teil in die API -
Klassifikation übernommen worden.