ABC der Schmierung - K

Kabelöle

Hochviskose Mineralöle zum Tränken der Papierisolation von Hochspannungskabeln; teilweise gemischt mit  Wachsen, Bitumen, Harzen und Pechen (Ausgussmassen).

Kalkseifenschmierfette

Wasserabweisende Schmierfette, als Staufferfett, Kurbelfett, Rollenfett, Hydraulikschmierfett, Achslagerfett bis ca. 80° C verwendbar.

Cetanzahl

Abk. CZ, Kennzahl der Zündwilligkeit von Dieseltreibstoffen; wird gemessen in Prüfmotoren. Schnelllaufende Dieselmotore (über 3.000 U/min) benötigen mindestens CZ 45, sonst läuft die Verbrennung zu langsam ab, der Motor "nagelt" und wird u. U. beschädigt.  Langsamläufer (ca. 500 U/min) kommen u. U. mit CZ 20-30 aus.
Eine hohe Klopffestigkeit (Oktanzahl, s.d.) von Treibstoffen wird durch hohen Aromatenanteil (s.d.) bewirkt, der gleichzeitig die CZ stark herabsetzt; OZ und CZ stehen im Gegensatz zueinander. Die Verdünnung von Dieseltreibstoff, der nicht "winterfest" ist, darf deshalb nur mit Treibstoffen "schlechter" Klopffestigkeit vorgenommen werden, wie Leuchtpetroleum oder Testbenzin, keinesfalls mit Fahrbenzin mit hoher Oktanzahl.

Kältemaschinenöle

Hochspezialisierte Schmieröle zur Schmierung von Verdichtern in Kälteanlagen mit besonderem Kälteverhalten und abgestimmten Verhalten gegenüber Kältemedien, da manche Kühlsysteme die Vermischung von Schmieröl und Kühlmedium nicht ausschalten. 

Kälteverhalten von Schmierstoffen

Bei der Abkühlung von Schmierölen nimmt die Viskosität bis zum Festwerden zu (Viskositätsstocken). Außerdem kann sich ein immer dichter werdendes Paraffin-Netzwerk ausscheiden - ebenfalls bis zum Festwerden (Paraffin-Stockpunkt). Bei Motoren- und Getriebeölen ist die Kälteviskosität in praxisnaher Messung wichtig, aber zeitraubend. Für die Prüfung von Schmierölen im industriellen Einsatz reicht die Bestimmung des Fließvermögens nach der U-Rohr-Methode aus; nach DIN 51 568. Relativ praxisgerecht wird
derjenige Temperaturpunkt bestimmt, bei dem eine Untersuchungsprobe in einem U-Rohr abgekühlt eine Steiggeschwindigkeit von 10 mm/min. hat; dies ist aussagefähiger als die Bestimmung von Pourpoint oder Stockpunkt, da diese meist leichter manipulierbar sind. Vergleiche der U-Rohr-Werte mit diesen sind nicht möglich. Annähernde Hinweise für das Kälteverhalten von Schmierölen für Transport, Lagerung und Einsatz geben Pourpoint und Stockpunkt, ihre Bestimmung ist einfach und schnell, die Angabe dieser Werte wird deshalb bevorzugt. Die Unterschiede liegen in den Messverfahren und der Definition; der Pourpoint liegt durchschnittlich 2 bis 5° C höher als der Stockpunkt. Mit den gleichen Geräten werden auch die Anfänge der Ausscheidung der Paraffinkristalle untersucht als Cloudpoint bzw. Trübungspunkt, die beide von großer Bedeutung für Treib- und Brennstoffe sowie sehr dünnflüssige Spezialöle in der Industrie sind (der Cloudpoint liegt nicht mehr als 2° C vom Trübungspunkt entfernt).

Kaltreiniger

Kaltreiniger sind Reinigungsmittel zur Entfernung von Verunreinigungen oder Beschichtungen aus Mineralölprodukten durch Kaltauftrag und nachfolgender Entfernung durch Wasser. Diese Kaltreiniger können Lösungsmittel und Tenside enthalten. Biologisch abbaubare Produkte bestehen nur aus Tensiden und Wasser. Je nach ihrem Verhalten im Ölabscheider kann man zwischen schnelltrennenden Reinigern und solchen, die stabile Emulsionen bilden, unterscheiden.

Gemäß OWWV - Regelblatt Nr. 16 werden sie in Typ 1-4 eingeteilt. Bilden Reiniger starke Emulsionen, so kann im Ölabschneider keine Trennung in Schmutzöl und Wasser stattfinden. Das gesamte Wasser gelangt in das Gewässer oder in den Kanal. Da dies streng verboten ist, müssen solche Abwasser über aufwendige und teure Anlagen (Emulsionsspaltanlagen, Ultrafiltration) gereinigt werden.

Die Anforderung an schelltrennende Kaltreiniger, der hauptsächliche Typ, wurden in den letzten Jahren
verschärft. Verschiedene Vorschriften (Einleit-VO der Länder, ÖNORM B 5104 und Zulassungsbestimmungen
der LR) fordern die Einhaltung strenger Grenzwerte (Abwasserverhalten, Ungiftigkeit, keine Fischtoxizität,
Abbaubarkeit, keine Abbauhemmung, keine chlorierten oder aromatischen Lösungsmittel).

Kaltschlamm

Neigung von Motorenölen (deren Qualität nicht den motorischen Anforderungen entspricht), Kondenswasser aus Atmosphäre und Verbrennung nicht zu lösen, sondern Emulsionen zu bilden, die mit Schmutzstoffen den sog. Kaltschlamm besonders bei häufigem Stop-and-go-Betrieb oder ständigem Kurzstrecken-Verkehr mit unterkühltem Motor entstehen lässt mit der Folge von Verschleiß und Motorschäden. In modernen PKWMotoren kann durch Einsatz von Motorenölen höchster Qualifikation und erforderlichenfalls Motorüberprüfung und verkürzten Ölwechselfristen eine Kaltschlammbildung verhindert werden. 

Kaltwalzen-Schmierfette

Schmierfette für Walzenzapfen in Gleitlagern von Kaltwalzengerüsten.

Katalysatoren

Stoffe, die nur durch ihre Anwesenheit eine chemische Reaktion (beschleunigend, verzögernd, richtungsweisend) an anderen Stoffen bewirken, ohne sich selbst zu verändern; in der Mineralölindustrie sind meist feste Katalysatoren im Gebrauch, z.B. Kobalt, Molybdän, Platin, Nickel, Barium u.a., die sehr oft auf einem Katalysatorträger angebracht sind.

Klopffestigkeit

Explosionsartiger motorischer Verbrennungsablauf von Autotreibstoffen macht sich akustisch durch "Klopfen" bemerkbar. "Klopfbremsen" waren Bleitetraäthylen, oder hochklopffeste Kohlen-wasserstoffe - als Treibstoffzusätze. Die Maßzahl ist die Oktanzahl (siehe dort). Die Klopffestigkeit steht im Gegensatz zur Zündwilligkeit (siehe Cetanzahl). Die Ansprüche von Benzin-Motoren an die Klopffestigkeit des Treibstoffes hängen vom Verdichtungsverhältnis ab und können mit zunehmendem Motoralter ansteigen.

Kohlenwasserstoffe

Bezeichnung für chemische Verbindungen, die überwiegend aus den Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff bestehen; wichtigste Bestandteile des Erdöls und damit aller Mineralölprodukte - siehe auch unter den Stichworten
Aliphaten,
Aromaten,
Olefine,
Paraffine.
(Weitergehende Informationen siehe Fachliteratur, Sachgebiet Kohlenwasserstoff-Chemie).

Konsistenz

Maß für Verformbarkeit von Schmierstoffen.

Korrosion

Von der Oberfläche ausgehende Zerstörung von Metallen durch elektrochemische Zersetzung (Oxydation oder Salzbildung). Bei Anwesenheit einer elektrisch leitenden Flüssigkeit (Elektrolyt) kommt es bei Metallen unterschiedlichen Spannungspotentials zu Lokalelementenbildung. Der fließende galvanische Strom setzt die chemische Umsetzung - Korrosion - in Gang.

Auch bei Fremdströmen z.B. in Antriebsmaschinen (Kriechstrom-Einbruch) kann es an kritischen Metallpaarungen zu unerwartet schnellen korrosiven Zerstörungen kommen.

Korrosionsschutz-Motorenöle

Für Motoren, die mit erheblich längeren Stillstandszeiten betrieben werden, z.B. Notstromaggregate, Flughafenfeuerwehren, werden mitunter spezielle Motorenöle eingesetzt, die verstärkte Korossionsschutz-Eigenschaften besitzen, um im Motor-Inneren Korrosionen infolge Einwirkung von Kondensaten aus Verbrennung und Atmosphäre zu verhindern. Man nennt sie "vollastfähig", sofern sie ohne Einschränkung nicht nur für den kurzzeitigen Notbetrieb, sondern auch für längere Einsatzlaufzeiten unter voller Betriebsbelastung geeignet sind. Für diesen sog. Intervallbetrieb (allerdings meist nicht für längeren Vollastbetrieb) sind bedingt auch die sog. Einfahrmotorenöle geeignet.

Kühlerfrostschutzmittel

Um das Gefrieren des Kühlwassers in Kraftfahrzeugmotoren zu verhindern, werden dem Kühlwasser Frostschutzmittel (größtenteils Ethylenglykol) die mit Korrosionsschutzmitteln versehen sind, zugesetzt; Fahrzeughersteller schreiben Mischungsverhältnisse vor.

Kühlöle

Öle zur Wärmeabfuhr bei den verschiedensten Anlagen, z.B. bei Gleichrichtern.

Kühlschmierstoffe

Schmierstoffe zum Kühlen und Schmieren beim Trennen und teilweise beim Umformen von Werkstoffen; Schneidöle, wassermischbare und wassergemischte Kühlschmierstoffe, Öl-in-Wasser und Wasser-in-Öl-Emulsionen usw.