ABC der Schmierung - H

HD-Motorenöle

HD = Abk. für Heavy Duty (etwa "schwere Beanspruchung"). Ursprünglich übliche Bezeichnung für Dieselmotorenöle nach US-Military-Spezifikationen MIL-L-2104-..., heute allgemein verwendete Zusatzbezeichnung zur Kennzeichnung der HD-Eigenschaften, die heute alle modernen Motorenschmieröle für Kraftfahrzeuge aufweisen müssen.

Mit HD-Effekt bezeichnet man Detergier-Wirkungen und Dispergierwirkungen, d.h. die Eigenschaft des Motorenöls, Verbrennungsrückstände zu lösen (Waschwirkung) und fein verteilt in Schwebe zu halten ohne Ablagerungsgefahr, bis sie durch Ölfilter oder Ölwechsel entfernt werden.

Härteöle

Zum Härten und Vergüten von Stahl; meist in Viskositäten von 15 bis 70 cSt/40; Hochleistungshärteöle teilweise legiert; Warmbadhärteöle (bis 180° C Badtemperatur) bis 120 cSt/40.

Heisslagerfette

Die neuere Bezeichnung ist Hochtemperaturfette; Lithiumfette können für Dauertemperaturen bis 130° C und Spitzentemperaturen bis ca. 140° C eingesetzt werden. Neue Lithiumkomplexfette können kurzfristig bis 225° C belastet werden. Bentonitfette können für Dauertemperaturen bis ca. 160° C und spezielle MoS2-, Silikon und Synthesefette bis max. 260° C verwendet werden.

Hochdruckschmiermittel

Öle und Fette mit Hochdruckzusätzen (EP), die bei Grenzreibung größeren Verschleiß bzw. Fressen verhindern; die Wirkstoffe sind polare Zusätze, Chlor, Schwefel, Phosphor usw. in locker gebundener Form; es entstehen u.a. bei Reibung Metallsalzschichten; diese verhindern die direkte Berührung von Metall auf Metall.

Hohlraumkonservierung

Korrosionsschützende Sprühbeschichtung von Karosseriehohlräumen; die Wirksamkeit ist stark abhängig von fachgerechter Ausführung, die nur von geschultem Personal nach pro Fahrzeugtyp speziell entwickelten sog. Spritzplänen erfolgen sollte. Zur Erhaltung der Schutzwirkung sind Nachfolgebehandlungen erforderlich, die Zeitabstände richten sich nach dem Zustand der Beschichtung.

Honöl

Dünnflüssiges Schneidöl für den Honvorgang bei der Metallbearbeitung; Viskosität ca. 6 bis 10cSt/20; entscheidend sind: Honart, Geschwindigkeit, Material, Honsteine usw.

HTHS-Viskosität

(High Temperature High Shear)Um bei besonders starker Ölbeanspruchung zu praxisnäheren Viskositätsangaben zu kommen, gibt es seit einigen Jahren die HTHS-Viskosität. Dabei wird das Ölverhalten im Schmierspalt bei hoher Öltemperatur (150°C ) und bei hohem Schergefälle (hoher Motordrehzahl) gemessen.

Liegt dieser Wert über 3,5 mPa*s, spricht man von hoher bzw. normaler HTHS-Viskosität. Ist der Wert kleiner oder gleich 3,5 mPa*s, spricht man von abgesenkter HTHS-Viskosität. Öle mit abgesenkter
Hochtemperaturviskosität erlauben eine Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Jedoch nur in Motoren die für solche Öle ausgelegt wurden. Eventuell ungeeignet für ältere Motoren unbedingt Serviceunterlagen und Empfehlungen des Herstellers beachten!

Hydrauliköl

Öle, die zur Kraftübertragung in Hydrauliken eingesetzt werden. Leistungsbeständige, dünnflüssige, nicht schäumende Mineral, Syntheseöle, bzw. biologisch abbaubare Produkte für besondere Einsätze mit sehrtiefem Stockpunkt. Sie dürfen nicht als Bremsflüssigkeit an Kraftfahrzeugen verwendet werden.

Hypoidöl

Hochdruckschmieröle mit EP-Zusätzen zur Verbesserung der Schmierfähigkeit und zur Vermeidung der Fressneigung. In der Hauptsache eingesetzt bei Achsenantrieben für Kraftfahrzeuge, bei denen spiralverzahnte Kegelradantriebe vorkommen.