ABC der Schmierung - C

CCMC

Abk. für Comité des Constructeurs d' Automobiles du Marché Commun (Zusammenschluß der Automobilhersteller innerhalb der EU). Wurde von der ACEA (Association des Constructeurs Européens d´Automobiles) gültig seit Dezember 1995 abgelöst.
Seitens der CCMC wurde zusammen mit der Mineralöl- und Additive-Industrie ein gemeinsames Prüfprogramm unter anderem für Mehrbereichs-Motorenöle für den PW-Bereich entwickelt.

Die CCMC - Spezifikationen basierten ursächlich auf den API - Spezifikationen, berücksichtigen speziell und in erster Linie die Anforderungen der europäischen Motorenentwicklung, auch in Hinblick auf die in Europa vorherrschenden Betriebsbedingungen. Daraus ergab sich, dass die CCMC - Spezifikationen immer mehr an Bedeutung gewannen und in deren Aussage eindeutig über die API - Spezifikationen zu stellen waren. (bis 1989). CCMC wurde durch ACEA-Normen ersetzt.

Die Einteilung erfolgt in 3 Klassen
G - für Benzin-(Otto-)Motore (G=gaslonie)
D - für Dieselmotore
PD - für PKW-Dieselmotore (passenger diesel) Die bis 1989 gültige Klassifikation lautete:
G1 Motorenöle mit konventioneller Viskosität für normale Belastungen, vergleichbar mit API SE mit Zusatzanforderungen.
G2 Motorenöle mit konventioneller Viskosität für höhere Belastungen, vergleichbar mit API SF mit Zusatzanforderungen.
G3 Leichtlauf-Motorenöle für höchste Belastungen, vergleichbar mit API SF mit Zusatzanforderungen.
D1 Dieselmotorenöle für nicht aufgeladene Motoren unter normalen Betriebsbedingungen, vergleichbar mit
API CC mit Zusatzanforderungen.
D2 Dieselmotorenöle für nicht aufgeladene und aufgeladene Motoren unter schweren Betriebsbedingungen, vergleichbar mit API CD mit Zusatzanforderungen.
D3 Dieselmotorenöle für nicht aufgeladene und aufgeladene Motoren unter besonders erschwertenBetriebsbedingungen und verlängerten Ölwechselintervallen (SHPD-Motoröle), vergleichbar mit API CD+ mit Zusatzanforderung.
PD1 PKW-Dieselmotorenöle für nicht aufgeladene und aufgeladene PKW-Dieselmotore, vergleichbar mit API SE/CD mit Zusatzanforderungen sowie nach VW 505.00.

Ab Jänner 1990 galten folgende neue CCMC - Spezifikationen:
G4 Motorenöle mit konventioneller Viskosität für hohe Belastungen mit wesentlichen Verbesserungen in Bezug auf Oxydations- und Alterungsbeständigkeit, Schutz vor Schwarzschlamm verbunden mit erhöhtem Verschleißschutz, vergleichbar mit API SG mit Zusatzanforderung der europäischen Motorenindustrie.
G5 Leichtlauf-Motorenöle - meist vollsynthetisch oder auf Synthesebasis in den Viskositätsklassen 5W-X bzw. 10W-X mit wesentlichen Verbesserungen in Bezug auf Oxidations- und Alterungsbeständigkeit, Scherstabilität, Verdampfungsverluste, Schutz vor Schwarzschlamm verbunden mit erhöhtem Verschleißschutz, vergleichbar mit API SG mit Zusatzanforderungen der europäischen
Motorenindustrie.
D4 Dieselmotorenöle, Einbereichs- und Mehrbereichsgrade, für nicht aufgeladene und aufgeladene Motoren unter schweren Betriebsbedingungen, vergleichbar mit API CD mit Zusatzanforderungen der europäischen Motorindustrie, verbunden mit wesentlichen Verbesserungen in Bezug auf Kolbensauberkeit und Verschleiß.

D5 Dieselmotorenöle, Einbereichs- und Mehrbereichsgrade, für nicht aufgeladene und aufgeladene Motoren unter schweren Betriebsbedingungen vergleichbar mit API CD+ mit Zusatzanforderungen der europäischen Motorenindustrie, verbunden mit wesentlichen Verbesserungen in Bezug auf Spiegelflächenbildung (bore-polishing), erhöhtem Nockenverschleißschutz und Verdampfungsverlust.
PD2 PKW-Dieselmotoröle für nicht aufgeladene und aufgeladene Motoren mit höchste Anforderungen, vergleichbar mit API SG/CD mit Zusatzanforderungen der europäischen Motorindustrie, verbunden mit wesentlichen Verbesserungen in Bezug auf Verschleiß, Kolbensauberkeit und Verdampfungsverlust.

CEC

Abk. für Coordinating European Council; europäische überregionale Organisation im Bereich der Entwicklung von Prüfverfahren für Treib- und Schmierstoffe.

Cetanzahl

Abk. CZ, Kennzahl der Zündwilligkeit von Dieseltreibstoffen; wird gemessen in Prüfmotoren. Schnelllaufende Dieselmotore (über 3.000 U/min) benötigen mindestens CZ 45, sonst läuft die Verbrennung zu langsam ab, der Motor "nagelt" und wird u. U. beschädigt.  Langsamläufer (ca. 500 U/min) kommen u. U. mit CZ 20-30 aus.
Eine hohe Klopffestigkeit (Oktanzahl, s.d.) von Treibstoffen wird durch hohen Aromatenanteil (s.d.) bewirkt, der gleichzeitig die CZ stark herabsetzt; OZ und CZ stehen im Gegensatz zueinander. Die Verdünnung von Dieseltreibstoff, der nicht "winterfest" ist, darf deshalb nur mit Treibstoffen "schlechter" Klopffestigkeit vorgenommen werden, wie Leuchtpetroleum oder Testbenzin, keinesfalls mit Fahrbenzin mit hoher Oktanzahl.

Conradson-Carbon-Test

Kurz: CCT; Prüfung von Schmierölen auf Neigung zur Bildung koksartiger Rückstände (Verbrennung einer Ölprobe unter Luftmangel, Angabe der Koksmenge in Gew.-% der Einwaage). Wichtiges Kriterium für Mineralöle, die besonderer thermischer Belastung ausgesetzt sind und gering oder gar nicht mit Wirkstoffen ausgestattet sind, wie Verdichteröle und Wärmeträgeröle, sowie für Treib- und Brennstoffe.

Cracken

Beabsichtigtes oder ungewolltes Zerbrechen von Kohlenwasserstoff-Molekülen in kleinere Bestandteile durch Einwirken von Hitze, Druck und Katalysatoren. Crackverfahren sind ein Teil der Mineralölverarbeitung bei der Herstellung von Brenn- und Treibstoffen. Sie erhöhen den Anteil leichterer Produkte- (Benzine und Dieseltreibstoffe) im Vergleich zum Ausgangspunkt Erdöl. Bei Schmiermittel kann es unter Einwirkungen von hohen Temperaturen und katalytischen Metallen (z. B. Kupfer) zum Cracken von hochmolekularen Grundöl und Additive-Bestandteilen kommen.