ABC der Schmierung - B

Baader-Test

Bestimmung der Altersneigung unter Einfluß von Kupfer und Wärme; Kupferverseifungszahl, Schlammgehalt, dielektrischer Verlustfaktor. Anwendung für Isolieröle, Turbinenöle und biologisch abbaubare Produkte.

Bakterienbefall

Bohröle (Emulsionen) bieten einen guten Nährboden für Bakterien (Aerobier, Anaerobier). Gute Bohröle sollten Bakterienschutz enthalten; damit die Emulsion nicht zerstört wird, ist gleichzeitig größtmögliche Sauberkeit auch an den Maschinen sehr wichtig. Kennzeichen für Befall: Übler Geruch, Korrosion, Abfall des PH-Wertes.

Bariumseifen-Schmierfette

Schmierfette aus Bariumseifen und Mineralölen; wasserabweisend (aus Umweltschutzgründen rückläufige Einstazbereiche).

Basenzahl

Gibt in Motorenölen die Menge der alkalisch wirkenden Bestandteile an (TBN).

Basisöl

Mineralölanteil eines legierten Schmieröles bzw. Ölanteil bei Schmierfetten.

Batschöl

Zum Aufbereiten und Geschmeidigmachen von Jute- und Hanffasern; emulgiert.

Bentonite

Mineralien (z.B. Alu-Silikate), die zur Herstellung temperaturbeständiger Schmierfette mit guten Kälteeigenschaften und als Emulgatoren verwendet werden.

Betonschalungsöle

Auch Formenöle; Anwendung in der Bauindustrie als Trennschicht bei Holz- oder Stahlschalungen usw.; der Einsatz erfolgt als Öl, Öl-in-Wasser-Emulsion und Wasser-in-Öl-Emulsion.

BIA

Abk. für Boating Industry Association (Vereinigung der US-Bootsindustrie), die ein Testprogramm für 2-Takt-Motorenöle entwickelt hat. Es werden Testerzeugnisse ausgestellt, die BIA-Approvals.

2-Takt-Motorenöle, die nach BIA TC-W (TC-W = two cycle watercooled = Zweitakter, wassergekühlt) geprüft werden, erfüllen bestimmte Forderungen hinsichtlich Motorsauberkeit und Verschleiß, Abgassauberkeit, Kraftstoffmischbarkeit, Korrosionsschutz etc.
BIA-TC-Zertifikate stellen einen Leistungsstandard für 2-Takt-Motorenöle im Außenborder-Bereich dar. 

Die Erfüllung bedingt ein sehr hohes Qualitätsniveau des Schmierstoffs, hat aber allgemeineren Charakter als OMC (s.d.). Insbesondere für neuartig aufgebaute Produkte, wie vollsynthetische, biologisch abbaufähige 2-Takt-Öle, ist eine Leistungsbestätigung durch ein BIA-Zertifikat wichtig, da dieser Motorenöl-Bereich bislang durch die API-, MIL- und DEF-Systeme nicht erfaßt wird und für den 2-Takt-Öl-Verbraucher sonst außer individuellen Herstellerfreigaben keine Leistungskontrolle möglich ist (für die hochbelasteten Außenborder
besonders wichtig).

Seit 1989 gilt für solche Produkte die Klassifikation API TD.

Biologische Abbaubarkeit

Unter der biologischen Abbaubarkeit versteht man die Möglichkeit, daß Produkte in Wasser oder Boden von den dort lebenden Mikroorganismen im Idealfall in CO2 und Wasser umgesetzt werden können (Totalabbau, Mineralisation).

Früher richteten sich die Forderungen nach biologischer Abbaubarkeit vor allem an wasserlösliche Produkte (z.B. an Waschmittel), um in Gewässer oder der Kanalisation eingeleitet sicherzustellen, daß diese zu unschädlichen Substanzen abgebaut werden.

Abbaubarkeit alleine sagt noch nichts darüber aus, ob bis zum endgültigen Abbau der Produkte diese nicht die Tier- und Pflanzenwelt des betroffenen Ökosystems schädigen können. Die Belastbarkeit der Gewässer oder der Kläranlagen ist deshalb eine entscheidende Größe. Werden beim Abbau z.B. stickstoffhaltige Verbindungen freigesetzt (aus Dünger, Pflanzenteilen, Fäkalien), so kann dies zu
einer Überdüngung der Gewässer führen. Übermäßiges Algenwachstum stört dann ebenfalls die alles Leben im Gewässer bestimmten Gleichgewichte.

Zucker ist eine biologisch vollständig und schnell abbaubare Substanz. Gelangt sie in großen Mengen in ein kleines Gewässer, so wird sie sehr schnell im Wasser gelöst und abgebaut. Dabei wird der gesamte im Wasser gelöste Sauerstoff verbraucht und alles Leben im Wasser stirbt (erstickt). Die Belastung von Gewässern und Kläranlagen ist daher auch bei biologisch abbaubaren Produkten eine wichtige Größe, die beachtet werden muß.

Zur Bestimmung der biologischen Abbaubarkeit existieren verschiedene Testverfahren. Jedes einzelne versucht ein bestimmtes System in der Natur mehr oder weniger genau nachzubilden.

Da jeder Test unter anderen Bedingungen durchgeführt wird, sind die Ergebnisse auch nicht miteinander zu vergleichen. Im Prinzip bestimmt man bei allen Tests den Abbau des untersuchten Produktes, den Verbrauch von Sauerstoff oder die Bildung des Endproduktes CO2 unter definierten Bedingungen (Konzentration, Anzahl der Lebewesen, Temperatur, Nährsalze).

Zuerst lernen die Mikroorganismen die neue Substanz zu verdauen (Adoptionszeit A). Danach setzt der Abbau ein (B) und bald ist nur mehr wenig Substanz vorhanden, der Abbau wird langsamer (C). Um den Test nicht unendlich lange dauern zu lassen, werden daher für jeden Test durch Untersuchung von gut und schlecht abbaubaren Substanzen Zeit und Abbaugrenzen festgelegt, die eine Einstufung der Produkte erlauben.

Einige typische Tests sind der CEC-L 33-T 82 Test für 2-Takt-Öle und andere Schmiermittel, das BSB 5-Verhältnis etc. In jüngster Zeit wurden immer mehr Tests auch im Boden durchgeführt, da speziell Schmiermittel und andere Mineralölprodukte selten in Gewässern, sehr oft aber direkt in den Boden eindringen.

Bitumen

Bei der schonenden Aufarbeitung von Erdölen gewonnene Kohlenwasserstoffgemische; dunkelfarbig, halbfest bis springhart, schmelzbar, hochmolekular. Wichtige Basis der neuzeitlichen Straßenbau- und Isolierstoff-Technik in Form von Asphalt. Bestandteil von hochabriebfesten Dauer-Unterbodenschutz-Produkten (neben Kunststoffen und Kautschuken) und von sog. Asphaltanstrichen und -lacken.

Blankhärteöle

Sehr alterungsbeständige hochwertige Raffinate, unlegiert bzw. inhibiert, die keine Ablagerung von Rückständen auf dem Werkstück verursachen. Viskosität ca. 8-60 mm²/s/40.

Bleiseifenfette

Schmierfette aus Bleiseifen und Mineralölen.

Bohröl

Mit Wasser mischbares Mineralölprodukt für die Zubereitung von Metallbearbeitungs-Flüssigkeiten.

Bremsflüssigkeiten

Hydraulische Bremssysteme werden entweder mit Bremsflüssigkeiten vom Mineralöl-Typ (LHM-Flüssigkeiten) oder vom Glykoläther-Typ betrieben.Die Herstellervorschriften sind streng einzuhalten, da die Dichtungsstoffe eine wechselseitige Verwendung oder gar Mischung nicht vertragen-sofortige Zerstörung der Bremsysteme ist die Folge.Bremsflüssigkeiten vom Glykoläthertyp sind am weitesten verbreitet und werden genormt nach DOT 3, DOT 4, DOT 5 und DOT 5.1, auch nach SAE J 1703 bzw. FMVSS 116.

Die Glykoläther-Bremsflüssigkeiten sind sehr korrosions- und verschleißschützend sowie kältefest - aber außerordentlich wasseranziehend.

Über die Entlüftungsbohrung des Vorratsbehälters und die flexiblen Schlauchverbindungen und Dichtungen im Achsbereich nehmen sie konstant Luft- und Straßenfeuchtigkeit auf.

Zwischen knapp 1 und maximal 2 Jahren wird durch den Wassergehalt der Dampfblasenbildungs-Punkt soweit gedrückt, daß Bremsversagen möglich ist.

Moderne Fahrzeuge mit ABS-Bremsanlagen fordern dünnviskose Bremsflüssigkeit nach DOT 4 oder DOT 5.1.

Silikonbremsflüssigkeiten nach DOT 5 werden bei Motorölen der Marke Harley Davidson oder bei US Armeefahrzeugen eingesetzt. DOT 5 Flüssigkeiten sind nicht wassermischbar und in Europa nicht im Einsatz.

Bremsflüssigkeits-Testgeräte

Mit ihnen kann im Werkstattbereich der Dampfblasenbildungs- bzw. der Naßsiedepunkt einer durch Gebrauch wasserhaltig gewordenen Glykoläther-Bremsflüssigkeit bestimmt werden zur Entscheidung über einen erforderlichen Wechsel der System-Füllung.

Entnahme der zu testenden Flüssigkeit an den Radbremszylindern (Schnellteste mit Flüssigkeit aus dem Vorratsbehälter sind möglich, sofern nicht vor kurzem frische Bremsflüssigkeit nachgefüllt wurde. Gegenüber den Radbremszylinder-Entnahmen liegen die Meßwerte zwar "günstiger", die Differenz liegt jedoch stets relativ konstant bei ca. 10-15°C - eine Erfahrung aus größeren Testserien. Bei Fahrzeugen nach längerer Stillstandspause erfolgt sogar fast eine Angleichung, so daß die arbeitsaufwendigere Radzylinder-Entnahme
vielfach überflüssig ist).

Brennpunkt

Niedrigste Temperatur, bezogen auf einen bestimmten Druck, bei der die Dämpfe einer gleichmäßig höher erwärmten Flüssigkeit nach der Entzündung durch eine Flamme weiterbrennen.

Brightstock

Schmieröl-Grundöl aus der Raffination von Zylinderölen; hochviskos (etwa änlich SAE 140), hoher Schmierwert, werden zum Einstellen der Viskosität von Neutralölen verwendet. Sie dürfen jedoch nicht den Motorölen zugesetzt werden, da sie die Rückstandsbildung im Verbrennungsraum begünstigen. Sie sind die Basis für Getriebeöle ab SAE 140 und hochviskose Maschinenöle.

Brünieröle

A: Öl zum Entfernen von Salzresten auf Werkstücken aus Brüniersalzlösungen
B: Öl zum Schwärzen der Oberflächen von Stahlteilen