ABC der Schmierung - A

Abschmierfette

Wasserabweisende, kalkverseifte Fette mit gutem Haftvermögen, vielfach auch Mehrzweckfette auf Lithiumbasis.

ACEA

Abk. für Association des Constructeurs Européens d´Automobiles. Organisation der europäischen Automobilhersteller, wie BMW (Rover), DAF, Fiat, Ford, GM, MAN, Mercedes-Benz, Porsche, PSA (Peugeot und Citroen), Renault, Rolls Royce, Scania, VW und Volvo. Ersetzt die bisherige Organisation der europ. Automobilhersteller (CCMC) und ist seit Jänner 1996 gültig. Testsequenzen und Prüfvorschriften von Motorölen.

Es gibt vier Kategorien:
A = Otto-Motoren
B = kleinvolumige Dieselmotoren in PKW, Vans und Kleintransportern
C = PKW Dieselmotoren mit Partikelfilter
E = LKW Dieselmotoren

Additive

Ausdruck für „Zusätze“, „Dopes“ und auch „Wirkstoffe“. Chemische Wirkstoffe, die den Schmierstoffen beigegeben werden. Sie verbessern die natürlichen Eigenschaften der Schmierstoffe und geben ihnen Eigenschaften, die sie von Natur aus nicht haben. 

Beispiele sind: Farbstoffe, Dispersant- und Detergent-Stoffe, Antischaum- und Netzmittel, Viskositätsindexverbesserer, Molybdändisulfid (MoS2), Schmierfähigkeitsverbesserer, EP- Zusätze.

Alterung

Die unerwünschte chemische Veränderung der Schmierstoffe während des Gebrauches und der Lagerung, ausgelöst durch Reaktionen mit Sauerstoff, unterschiedlichen Temperaturen und Metallen.

Aliphate

Bestehen aus geraden oder verzweigten gesättigten und ungesättigten Kohlenwasserstoffen. Gesättigte Aliphate nennt man Paraffine.

Aluminiumkomplex-Schmierstoffe

Sehr gute Wasserbeständigkeit und mit EP-Zusätzen gute Druckbelastbarkeit; Einsatztemperaturen bis zu ca. 160° C.

Aluminiumseifen-Schmierfette

Schmierfette aus Aluminiumseifen und Mineralölen; meist als Chassisfette und als Getriebefließfette verwendet.

Analysedaten

Werte, die durch chemische und physikalische Untersuchungen von Schmierstoffen ermittelt werden.

Antioxydantien (AO)

Oxidations-Inhibitoren, chemische Zusätze (Wirkstoffe), die die Schmiermittelalterung erheblich verzögern.

API

Abkürzung für American Petroleum Institute, Washington, USA. Insbesondere bekannt als Kennzeichnung im Zusammenhang mit Klassifikations-Systemen für Motor- und Getriebeöle.

API-Klassifikationen

Von den API-, ASTM- und SAE-Institutionen entwickelte Klassifikationen für Motoren- und Getriebeöle für Fahrzeuge. Sie werden als Vereinbarung für Schmieröleigenschaften von der Automobilindustrie, der Mineralölindustrie und der Additivindustrie benutzt und dienen dem Verbraucher zum Erkennen der Eignung eines Motoren- und Getriebeöls für bestimmte Leistungsanforderungen. Die Einstufung eines Schmieröles in eine API - Klasse setzt die Erfüllung von Testlauf-Forderungen voraus. Die Systeme sind nicht abgeschlossen und werden in Abständen von einigen Jahren nach Bedarf um neue Klassen mit verschärften Anforderungen
erweitert.

API-Klassen - Motorenöle

Die Bezeichnungen wurden 1970 vom M..- und D..-System auf die neuen des S..- und C..- Systems umgestellt, das jetzt nur noch gültig ist:

Benzin-Motoren: SA, SB, SC, SD, SE, SF, SG, SH, SJ, SN
Diesel-Motoren: DG, CB, CC, CD, CD+, CE CF

API-Klassen - Getriebeöle

Es ist zu beachten, daß die Getriebeölklassen sich nicht gegenseitig einschließen, sondern jeweils Öltypen für verschiedene Einsatzgruppen kennzeichnen, die aus technischen Gründen nicht immer gegeneinander austauschbar sind (z.B. wegen vereinfachter Lagerhaltung).

API-GL-1: Unlegierte Getriebeöle ohne EP-Zusätze, mit Wirkstoffen gegen Öloxydation und Korrosionen.

API-GL-2: Ähnlich GL-1, jedoch für etwas höhere Beanspruchungen in Schneckengetrieben; ebensfalls ohne EP-Zusätze.

API-GL-3: Legierte Getriebeöle für höhere Beanspruchungen als GL-1 und -2, für Schaltgetriebe und Achsengetriebe mittlerer Beanspruchung (keine Hypoidverzahnungen) - heute fast nur noch in einigen Schaltgetriebetypen.

API-GL-4: Legierte Getriebeöle entsprechend MIL-L-2105 für erschwerte Beanspruchung, bei Hypoidantrieben, jedoch nur für mittlere Belastung (Herstellervorschriften sind zu beachten).

API-GL-5: Legierte Getriebeöle entsprechend MIL-L-2105 B, C für schwere Belastungen (heute fast alle Hypoidachsen), bei Schaltgetrieben nur für bestimmte Synchronisierungen geeignet (Herstellervorschriften sind zu beachten)

Aräometer

Tauchspindel zur Bestimmung der Dichte. DIN 51757.

Aromaten

Kohlenwasserstoffverbindungen mit ringförmiger Molekularstruktur. Sie gehören zu den ungesättigten Verbindungen (Benzol, Toluol, Naphthalin). Schlechtes Viskositäts-Temperatur-Verhalten und ungünstiger Einfluß auf die Oxidationsbeständigkeit bei Schmierstoffen.

Als Mischkomponenten im Treibstoff bewirken sie ein gutes Klopfverhalten bei der motorischen Verbrennung. Benzol C6H6 ist ein klassisches Aromat. Manche Aromaten (z.B. Benzol, Toluol) gelten als krebserregend.

Asche

Mineralischer Rückstand, der beim Veraschen von Schmierstoffen als Oxyd verbleibt. Sulfatasche nur für Öle mit metallorganischen Zusätzen.

Asphaltene

Sowohl in Rohölen als auch in gealterten Schmierölen können Asphalte enthalten sein. Auf der einen Seite bieten sie gute Haft- und Schmierfähigkeit (für Schmiermittel in offenen Zahnradgetrieben). Auf der anderen Seite können sie zum Verkleben feiner Steuerungsteile, wie z.B. in Hydrauliksystemen führen. Bildungen von Asphaltprodukten werden unter Einwirkung von Temperatur stark beschleunigt.

ASTM

American Society for Testing Materials. Institut, das u.a. für die amerikanische Mineralölindustrie Normen aufstellt.

ATF-Öle

ATF= Abk. für Automatic Transmission Fluid, d.h. Automatik-Getriebeöl.

Automatik-Getriebeöle

Spezielle niedrigviskose Schmieröle für Fahrzeug-Automatik-Getriebe - meist automatisch geschaltete Planeten-Getriebe mit vorgeschalteten Drehmomentwandlern oder hydraulischen Kupplungen. Die ATF-Öle, Automatic Transmission Fluids, sind nach den jeweiligen Spezifikationen der Automatikgetriebe-Hersteller ausgerichtet, deren Anforderungen konstruktionsbedingt höchst unterschiedlich sind.

ATF's sind deshalb nur selten austauschbar. Bekannt sind beispielsweise für Borg-Warner-Getriebe das ATF F nach Ford-Spezifikation (M2C-33-F, SQM-2C-9007-AA bzw. M2C-33-G).

Ausbluten

Durch hohe Temperaturen und heftiges Walken der Fette an der Schmierstelle kommt es zu einer Trennung des Schmieröles vom Seifengerüst.

Ausfällungen

Z.B. bei niedrigen Temperaturen Trennungen von Paraffinen aus Mineralölen oder - bedingt durch Fremdstoffe und chemische Einflüsse bei legierten Schmierölen (z.B Motorenöl) - das Ausfällen von Wirkstoffen.

Automatenöl

Schneidöl für die Metallbearbeitung auf Automaten (unlegiert, legiert und gefettet).