Selbst zum Ölpeilstab greifen und nicht blind auf die Bordelektronik vertrauen

  • Autofahrer sollten mindestens einmal pro Monat den Ölstand prüfen
  • Zenit bei den Wechselintervallen bereits überschritten
  • Moderne Motoren brauchen perfekt angepasste Schmierstoffe
  • Ungeeignete Öle senken erzielbare Laufleistung um bis zu 40 Prozent
Hamburg, 7. April 2015. Immer höhere Laufleistungen mit dem gleichen Motorenöl und flexible Intervallanzeigen im Auto: Viele Autofahrer kennen den Ölpeilstab nicht mehr aus eigener Erfahrung. Dabei empfiehlt es sich, gerade jetzt wieder selbst regelmäßig den Ölstand zu prüfen und bei der Auswahl des geeigneten Schmierstoffs besonders sorgfältig auf die Qualität zu achten. Denn nach Jahrzehnten, in denen die Länge der Ölwechselintervalle kontinuierlich stieg, stagniert das Niveau inzwischen. Sich ausschließlich auf die Bordelektronik und den Warnhinweis im Display zu verlassen, ist ebenfalls nicht ratsam, wie Volker Clasen, Technik-Experte von Schmierstoff-Technologieführer Castrol, betont: „Autofahrer sollten den Ölstand, die Wechselintervalle und das eingesetzte Motorenöl unbedingt wieder selbst im Auge behalten, denn flexible Wechselintervalle sind kein Freifahrtschein. Die Bordelektronik prüft fast ausschließlich den Ölstand, die Temperatur und bestenfalls die Öltrübung – aber nicht die Qualität des Motorenöls.“

Öl-Studie: Autofahrer oft zu sorglos beim Thema Schmierstoff

Wie nachlässig Deutschlands Autofahrer mit dem Motorenöl umgehen, beweist nicht zuletzt die von Castrol zusammen mit der GTÜ entwickelte Öl-Studie. Die repräsentative Erhebung belegte, dass in jedem vierten untersuchten Fahrzeug der Ölfüllstand falsch war. Nahezu ebenso hoch war der Anteil der Fahrzeuge, bei denen die Ölqualität glatt durchfiel und ein sofortiger Ölwechsel notwendig war.
Eine Ursache für den sorglosen Umgang mit dem Schmierstoff sieht Castrol Experte Clasen im technischen Fortschritt. In den 1950er Jahren kam für das Motorenöl schon nach rund 2.500 Kilometern das Aus. Ein Wechsel wurde fällig und bei Dieselaggregaten waren es bis in die 1970er-Jahre hinein mit 5.000 Kilometern Laufleistung nur unwesentlich mehr. „Danach ging es steil bergauf, bis sowohl bei Otto- als auch bei Dieselmotoren rund 30.000 Kilometer erreicht wurden. Danach haben sich viele Autofahrer gedanklich von diesem Thema verabschiedet und verlassen sich jetzt ausschließlich auf den Service in der Werkstatt“, sagt Clasen.

Fortschritt in der Motorentechnik stellt neue Anforderungen an das Öl

Doch der Zenit bei den Wechselintervallen ist inzwischen überschritten. Die Weiterentwicklung der Motoren beispielsweise mit der Reduzierung des Hubraums bei gleicher Leistung (Downsizing) führt zu höheren Temperaturen im Motor und zu einer stärkeren mechanischen Belastung. Das stellt auch die Schmierstoffe vor immer höhere Anforderungen. Experte Clasen erwartet trotz neuer Technologien bei den Motorenölen keine weiteren Verlängerungen der Wechselintervalle: „Ein Hochleistungsschmierstoff von Castrol könnte mit einem Motor aus dem Jahr 1975 problemlos 100.000 Kilometer und mehr absolvieren. Bei modernen Aggregaten ist die Grenze der thermischen und mechanischen Belastbarkeit des Motorenöles aufgrund wesentlich höherer spezifischer Belastung nicht selten bereits deutlich unter 30.000 Kilometern erreicht.“
Deshalb sollten Autofahrer mindestens einmal pro Monat zum Ölpeilstab greifen und den Ölstand kontrollieren. Genauso wichtig ist die Auswahl des Schmierstoffs, denn selbst in markengebundenen Werkstätten wird nicht immer das optimale Motorenöl angeboten. Der Schmierindex von Castrol führt mit wenigen Klicks zum passenden Produkt. Aus den Angaben zu Fahrzeug, Baujahr und Motorisierung ermittelt der Ölwegweiser unter www.castrol.com/de das perfekt geeignete und vom Hersteller freigegebene Motorenöl. Die Auswirkungen für die Dauerhaltbarkeit des Aggregats sind übrigens gravierend: Die durchschnittliche Laufleistung für einen Motor der aktuellen Generation liegt bei rund 350.000 Kilometern. Mit dem Einsatz ungeeigneter Schmierstoffe sinkt sie um mehr als 40 Prozent auf rund 200.000 Kilometer.
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