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Rallye-Report: Spanien

Lauf 4: Rallye Spanien, 24. – 26. März

Auch wenn es am Ende „nur“ für den dritten Platz gereicht hat, bewies Marcus Grönholm in Spanien mit einem furiosen Auftakt und einer sehenswerten Aufholjagd, dass Weltmeister Sébastien Loeb auf Asphalt keinesfalls unschlagbar ist.

Bei sommerlichen 25 Grad bestimmte Castrol Ford-Pilot Marcus Grönholm zum Auftakt das Tempo an der Costa Dorada. Der Finne gewann die ersten drei Prüfungen und baute so einen Elf-Sekunden-Vorsprung auf Loeb auf. Ebenfalls schnell unterwegs war Grönholms finnischer Teamkollege Mikko Hirvonen, der sich auf dem dritten Platz behauptete.
Doch zur Halbzeit der ersten Etappe bekam Grönholm ein Problem mit dem Turbolader. Er büßte fast drei Minuten ein. "Bis zu diesem Zeitpunkt lief alles bestens. Wir hatten unseren Aufschrieb optimiert und konnten ein wesentlich höheres Kurventempo fahren, ohne dabei das Risiko zu erhöhen. Aber dann zickte der Turbolader. Uns blieb nichts anderes übrig als bis zum nächsten Service durchzuhalten.“
Seltsamerweise wurde Hirvonen im zweiten Castrol Auto durch das selbe Problem zurückgeworfen. "Der Turbolader ist so eingebaut, dass man daran auf der Prüfung nicht arbeiten kann, ohne sich an heißen Motorteilen zu verbrennen. Vielleicht kann man das zukünftig besser lösen“, regte Hirvonen an.
Grönholm auf spanischem Asphalt - Ford Focus WRC
Teamchef Malcolm Wilson war enttäuscht, dass seine Fahrer in so aussichtsreicher Position liegend zurückfielen, sagte aber: “Das Erfreuliche ist, dass wir zu Beginn schneller unterwegs waren als Loeb. Das zeigt, wie gut unser Auto und unsere Fahrer sind.“
Auf der zweiten Etappe markierte Grönholm drei weitere Bestzeiten und arbeitete sich so auf den vierten Platz vor – nur noch fünf Sekunden hinter einem Podiumsrang. Auch Hirvonen fuhr eine Reihe von Top-3-Zeiten, verpasste aber dennoch die Sprung in unter die besten Zehn. "Wir haben heute getan, was getan werden musste”, rekapitulierte Grönholm zufrieden.
Auch am Sonntag ließ Grönholm nichts anbrennen. Mit vier weiteren Prüfungssiegen verdiente er sich den ersehnten Podiumsplatz redlich. Teamkollege Hirvonen folgte seinen Spuren und erkämpfte schließlich als Neunter noch zwei WM-Punkte für Castrol Partner Ford. In zwei Wochen treten die Rallye-Stars auf Korsika an – dann wird erneut über Titel des Asphalt-Königs „verhandelt“.
Hirvonen in Aktion - Ford Focus WRC

Team News

Obwohl das Ford Team bereits vor der Mexiko-Rallye auf Asphalt getestet hat, wurde in der Woche vor dem WM-Lauf in Spanien weiter an der Abstimmung für den ersten Asphalt-Lauf des Jahres gefeilt. Die viele Testarbeit hat Gründe: Nach Spanien steht mit Korsika eine weitere Rallye auf festen Belag auf dem Programm. Für den neuen Focus WRC ist es die Premiere auf diesem Untergrund. Die Fahrer sollen bei der Doppelpremiere aber von Beginn an ein Auto zur Verfügung haben, mit dem sie optimal zurecht kommen. "Mir ist in Mexiko ein Fehler unterlaufen, so dass ich nur einen Punkt mit nach hause nehmen konnte. Damit habe ich mit selber unter Druck gesetzt“, verriet Grönholm. "Nach den Tests und der Rallye Spanien weiß ich jetzt, dass unser Auto auf Asphalt gut ist. Das muss es aber auch sein, wenn wir Loeb im Titelkampf schlagen wollen. Bei diesen beiden Rallyes können erste Weichen gestellt werden.

Rallye News

Die neue Super-2000-Klasse feierte in Italien ihr europäisches Wettkampf-Debüt. Es war eine überaus erfolgreiche Premiere: Paulo Andreucci hat die Ciocco-Rallye in seinem Fiat auf Anhieb gewonnen. Die zwischen WRC und Gruppe-N-Autos wie dem Mitsubish Lancer Evo angesiedelten Super-2000-Boliden (2-Liter-Sauger, ca. 280 PS, Allrad) gelten in der Szene als Hoffnungsträger. Daher wurde mit Besorgnis reagiert, als der Verdacht aufkam, dass die FIA die Homologation verweigern würde, wenn die Autos zu einem Preis von über 150.000 Euro angeboten werden würden. Peugeot-Chef Jean-Pierre Nicolas, dessen Firma ebenfalls schon ein Super-2000-Auto präsentiert hat, sagte: „Es ist unmöglich, so einen Wagen für das Geld anzubieten.“

Wissenswertes

Die Rallye Spanien wurde vom Herbst ins Frühjahr vorverlegt. Für die Fahrer ist das kein Problem – für die Natur schon. Zwei seltene Adler-Arten brüten im März an der Costa Dorada. Daher wurde Tests in diesem Bereich komplett verboten, Helikopterflüge auch während der Rallye auf ein absolutes Minimum beschränkt. Hightech nimmt Rücksicht auf die Natur.
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