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Rallye-Report: Korsika

Lauf 5: Rallye Korsika, 7. – 9. April

Bei der zweiten Asphalt-WM-Rallye in Folge zeigte der Focus WRC, wie leistungsfähig er auch auf festem Untergrund ist. Marcus Grönholm und sein junger finnischer Landsmann Mikko Hirvonen belegten auf der Mittelmeerinsel die Plätze zwei und vier.

Bei morgendlich kühlen aber dann schnell ansteigenden Temperaturen jagte Grönholm abermals “Asphalt-König” Sébastien Loeb. Im Vorjahr konnte der Citroen-Pilot noch alle Prüfungen bei seinem Heimspiel für sich entscheiden. In diesem Jahr machte es ihm das Castrol Partnerteam Ford nicht so einfach: Grönholm markierte drei Bestzeiten, Hirvonen eine.
Grönholm - Ford Focus WRC
Grönholm hatte sich am Ende der ersten Etappe hinter Loeb auf die Lauer gelegt. Hirvonen folgte zunächst auf Platz vier, überholte aber am zweiten Tag Alex Bengue und verbesserte sich so auf Rang drei – allerdings schon in einem Respektabstand zu den Widersachern an der Spitze.
“Der Kampf um den Sieg ist ein Duell zwischen mir und Seb”, erkannte Grönholm richtig. Sein französischer Gegenspieler musste all sein Können aufbieten, um seinen Verfolger im 2006er Ford Focus auf Distanz zu halten.
Unterm Strich fehlte dem noch jungen Focus WRC aber das letzte Quäntchen Feinschliff, das nötig ist, um einen Weltmeister bei seinem Heimspiel vom Thorn zu stoßen. Daher entschloss sich Grönholm am Ende des zweiten Tages, den sehr guten zweiten Platz sicher nach Hause zu fahren. Derweil kämpfte Hirvonen beherzt um den dritten Platz gegen Loebs Teamkollegen Dani Sordo. Aber auch er musste einsehen, dass die Hausmacht Citroen auf Korsika (noch) eine schwer einzunehmende Festung ist. Sordo schlüpfte auf der achten Prüfung vorbei.
Hirvonen - Ford Focus
Team Manager Malcolm Wilson sagte: “Wenn man um den Titel kämpft, muss man auch eingestehen können, dass es einzelne Rallyes gibt, bei denen einige Fahrer Vorteile habe, wie hier auf Korsika. Wir haben uns dadurch nicht aus der Ruhe bringen lassen und viele wichtige Punkte gesammelt.“
Während Grönholm die dritte Etappe von Beginn an ruhig anging, wagte Hirvonen noch einen Vorstoß, der ihn bis auf 0,4 Sekunden an den Podiumsplatz heranbrachte. Sordo konterte aber postwendend. Und so entschloss sich auch Hirvonen, die fünf WM-Punkte für Platz vier nicht aufs Spiel zu setzen.
Grönholm - Ford Focus WRC

Team News

Die defekten Bolzen, die die Turbolader von Spitzenreiter Marcus Grönholm und Mikko Hirvonen bei der Rallye Spanien lahm legten, waren Pfennig-Artikel. Ihr Versagen musste Ford aber teuer bezahlen: Anstatt dem Sieg entgegen zu fahren, fand sich Marcus Grönholm im Kampf um Platz drei wieder, den er – dank zehn Prüfungssiegen - schließlich gewann. „Es ist natürlich ärgerlich, dass so ein Billig-Artikel eine solche Kettenreaktion auslösen kann”, so Teamchef Malcolm Wilson.

Rallye News

Die überraschenste Nachricht des Rallye-Frühlings ist die Trennung der Brüder Gilles und Herve Panizzi, die ihre Cockpit-Zusammenarbeit nach der Rallye Spanien unerwartet beendeten. Das Geschwister-Paar hat all seine WM-Rallyes gemeinsam bestritten und dabei insbesondere auf Asphalt große Erfolge gefeiert. Die Trennung sorgte auch für Verwirrung beim Red Bull Skoda-Team, dass sich plötzlich nach einer neuen Fahrerpaarung umsehen musste. Schließlich verpflichtete man Harri Rovanperä – einen langjährigen Teamkollegen der Panizzis. Der Finne wird die europäischen WM-Läufe im Rahmen der M2-Markenwertung bestreiten.

Wissenswertes

Korsika gilt als “Die schöne Insel”. Aber sie hat auch eine hässliche Seite: 1985 beziehungsweise 1986 starben beim WM-Lauf auf der Mittelmeerinsel Attilio Bettega und Henri Toivonen. Die Unfälle – insbesondere der von Toivonen - beendeten die Ära der hochgezüchteten Gruppe B-Boliden im Rallyesport. Beide Fahrer waren mit der Startnummer vier angetreten, die aus Respekt bis zur Einführung permanenter Startnummern im Jahr 1995 nicht mehr vergeben wurde. Die diesjährige Rallye Korsika erlebte einen besonderen Moment: Bettegas Sohn Allesandro siegte in der neuen Fiesta Sporting Trophy International.
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