Der Thrust
Der SSC III
Nicht sparsam aber schnell
Angetrieben von zwei Düsentriebwerken, wie sie im Kampfjet Phantom zu finden sind, entwickelt das stromlinienförmige Fahrzeug 74.000 Kilowatt. Das Renngerät, das zu einem Großteil aus Triebwerken besteht, wiegt gut acht Tonnen, ist dreieinhalb Meter breit und sechzehneinhalb Meter lang. Beim Start zerreißen die Triebwerke mit 170 Dezibel die Luft. Bei einem Verbrauch von etwa 16 Liter Kerosin pro Minute ist der Raketenwagen nicht eben sparsam.
Kaum zu steuern
Um den Wagen vorne am Boden zu halten, mussten die Hinterräder steuerbar und möglichst eng nebeneinander gestaltet werden. Der Fahrer muss den Wagen also ständig in der Waage halten und das bei einer Geschwindigkeit von über 1000 Kilometer pro Stunde. Die Steuerkorrekturen erfolgen in wenigen Zehntelsekunden. Zu schnell für einen untrainierten Menschen. Deshalb lässt Noble den Jetpiloten ans Ruder. Green meint, dass der Unterschied zum Kampfjet marginal sei, nur dass er eben ein paar Meter tiefer "fliege".
Forschung für die Sicherheit
Der Thrust SSC beschleunigt in etwa 16 Sekunden auf 1000 Kilometer pro Stunde. Green sagt, es sei nicht besonders gemütlich im Fahrzeug, aber die physische Belastung sei auch nicht höher, als in einem Kampfjet. Das Schlimmste sind die Geräusche der Schockwellen, die über dem Cockpit entstehen. Dagegen hat der Thrust ein aktives Geräuschunterdrückungssystem an Bord, das über Kopfhörer auch die Druckwelle beim Überschreiten der Schallmauer dämpft. Laut Green ist die Rekordfahrt kalkuliert gefährlich. Vor dem Bau des Raketenautos forscht das Team zwei Jahre lang. Der Weg zum Rekord führt über etliche Testfahrten, von 850 Kilometer pro Stunde erhöhen sie die Geschwindigkeit über zehn Läufe allmählich auf 1228 km/h.
Raketenantriebe wurden erst ab 1960 erlaubt. Sie sind nicht besser, weil sie mehr Kraft entwickeln, sondern weil ein Antrieb durch die Räder ab einer bestimmten Geschwindigkeit die Kraft nicht mehr auf den Boden bringen kann. Sie drehen durch, weil sie keine Haftung mehr haben. Bisher gibt es nur drei Menschen, die schneller als 1000 Kilometer pro Stunde gefahren sind.
